Die Geschichte hinter Cleanita – Das mobile Bidet für jedes Zuhause

Ein persönliches Streben nach Hygiene und Komfort

Die Wurzeln von Cleanita liegen in einer alltäglichen Situation, die viele von uns nur zu gut kennen, aber selten offen ansprechen. In unserer Kultur war es schon immer üblich, sich nach dem Toilettengang mit Wasser zu reinigen.

Als meine Eltern 1992 nach Deutschland geflüchtet sind und wir in etlichen Asylheimen gelebt haben, hat man sich immer mit 0,5-Liter-Flaschen oder Gießkannen beholfen, um sich untenrum nach dem Toilettengang mit Wasser zu reinigen. In unserer Familie war Klopapier nie ein Thema; wir haben Klopapier lediglich zum Abtrocknen nach der Wasserreinigung genutzt. Das hat sich irgendwann dann geändert, denn mein Vater kaufte das erste Mehrfamilienhaus, das er mühselig in Eigenleistung kernsaniert hat. Wir waren zu klein, um alles zu verstehen und mitzuhelfen. Eine Wohnung im Mehrfamilienhaus hat er für uns als Familie, als erstes kernsaniert, sodass wir so schnell wie möglich aus der Mietwohnung herausgehen können. Und bei den Renovierungen hat er immer im Badezimmer daran gedacht, einen Wasseranschluss an der Toilette anzubringen, sodass wir später uns mit einem kleinen Dreher an der Seite der Toilette mit Wasser reinigen können. In weiteren von uns renovierten Wohnungen war dieser Standard längst gesetzt: Ein Wasseranschluss direkt an der Toilette, um diese Gewohnheit fortzusetzen. Doch es war ein Besuch bei einem Freund, der alles veränderte.

Das Problem, weswegen Cleanita, das mobile Bidet, entstand

Ich hatte mich bereits an die anderen Wohnungen meiner Freunde und Bekannten gewöhnt. Denn diese hatten nie einen Wasseranschluss an der Toilette, und ich musste mir immer selbst helfen.
Wenn ich Glück hatte, war die Toilette direkt neben der Badewanne, so konnte ich den Duschkopf einfach nutzen. Doch manchmal war dies nicht der Fall, und ich behalf mir mit 0,5-Liter-Flaschen, die ich vorher mit Wasser befüllte, um mich dann im Nachhinein zu reinigen. Doch an einem Tag hatte ich die Nase gestrichen voll. Wir trafen uns mit allen Freunden bei jemandem zu Hause. Ich wusste, dass dieser Freund keinen Wasseranschluss und auch den Duschkopf nicht griffbereit hatte, weshalb ich vorher zur Toilette zu Hause ging. Jedoch ist es manchmal so, dass der Bauch die Dinge an einem späteren Zeitpunkt verdaut. Und so kam es, dass ich auf die Toilette musste, was ich bis zu diesem Zeitpunkt extrem versucht habe zu verhindern. Ich lief zur Toilette und vergaß, eine 0,5-Liter-Flasche zu befüllen. Nun saß ich da, erleichtert und gleichzeitig besorgt. Klopapier war keine Option. Ich wusste, dass ich noch den ganzen Abend bis zum Morgen mich sehr viel bewegen werde, auf der Couch sitzen würde und dann im Anschluss noch schlafen werde. Dieser unhygienische Gedanke war für mich furchtbar. Ich rief also aus der Toilette meinen guten Freund zur Tür. Ich fragte, ob er denn so lieb wäre, mir eine 0,5-Liter-Flasche mit Wasser zu befüllen. Er verneinte das Ganze. Ich solle nicht übertreiben: „Nimm einfach die Feuchttücher an der Seite“. Feuchttücher … Ich verneinte ebenfalls und schrie, dass Feuchttücher schrecklich sind. Sie lösen sich nie auf und verstopfen die Toilette. Er ließ mich alleine. Was also tun? Ich zog mich tatsächlich aus und ging in die Dusche und duschte mich ab. Nachdem ich fertig war, wurde ich belächelt, dass ich tatsächlich jetzt duschen gegangen bin, was mir aber egal war, da ich wirklich sauber war.

Der Augenblick, an dem Cleanita als Idee entstand

Nach dieser Situation saß ich dort auf der Couch. Ich fühlte mich wohl, denn ich war sauber, aber ich wollte das nie wieder mehr machen. Ich verstand die Probleme, die Menschen in Mietwohnungen haben. Was sollte man denn tun? Eine Wasserleitung verlegen? Geld investieren in die 4 Wände, die nicht mal einem gehören? Ganz davon abgesehen, dass der Vermieter das nicht so toll finden und nicht erlauben würde. Und dann hatte ich wortwörtlich einen Gedankenblitz. Ich rief sofort meinen Vater an. Ich erklärte ihm die Idee. Eine Wasserpumpe in Kombination mit einer Vase. Damit löste ich auf einen Schlag mehrere Probleme. Keine Wasserleitung. Kein Handwerker. Kein Stromanschluss. Kein Klopapier. Immer und jederzeit ohne Aufwand so richtig sauber machen. Er überlegte kurz und da er die Probleme auch kannte, verneinte er das Ganze nicht. Gesagt, getan fingen wir an unseren ersten Prototypen zu erstellen. Dieser war aus Holz. Es ging darum, zu prüfen, ob die Idee überhaupt funktionierte. Also nahm ich einen 5-Liter-Kanister und ummantelte ihn mit Holz, und obendrauf kam die Pumpe. Es funktionierte, und ich wusste: Das wird ein Game-Changer.

Und so wurde aus einer persönlichen Erfahrung und dem Wunsch nach mehr Hygiene und Komfort Cleanita geboren – ein mobiles Bidet, das nicht nur sauber macht, sondern auch eine Geschichte erzählt, von der Entschlossenheit, etwas zu verändern.

cleanita mobiles bidet prototyp

Der erste Prototyp. Proof of Concept. So hat alles gestartet. Ein großer Dank geht an mein Papa ❤️.